Burn-out, Stress, Hyperaktivität: Neue Wörter, neue Krankheiten?

Erster gemeinsamer Blogeintrag von Katarzyna Wiekiera und Anna-Liv Hering

 

Lieber Herr Bubenhofer, liebe Kommolitonen und alle anderen Interessierten,

 

zu Anfang des Semesters haben wir uns dazu entschlossen, den Projektkurs „Einführung in die Korpuslinguistik“ an der TU Dresden zu besuchen. In diesem Rahmen haben wir nun die Möglichkeit, ein interessantes Projekt umzusetzen.

Wörter wie Burn-out, Stress und Hyperaktivität sind allgegenwärtig und erscheinen uns selbstverständlich. Doch gab es diese Bezeichnungen für Krankheiten noch nicht immer in der deutschen Sprache. Wir möchten deshalb einigen verschiedenen Fragen nachgehen, um dieses Phänomen zu untersuchen:

1. Wann fanden diese Bezeichnungen Eingang in die deutsche Sprache?

2. Handelt es sich bei diesen Bezeichnungen lediglich um einen Ersatz für Bezeichnungen für ähnliche Krankheiten, die es schon immer gab oder brachten die neuen Wörter auch völlig neue Krankheiten hervor? → Wie hängen das Aufkommen einer Bezeichnung und die tatsächliche Krankheit miteinander zusammen?

3. Wer leidet unter diesen Krankheiten/in welchen Bereichen sind sie zu finden (z.B. Schule, Universität, Berufsleben…)?

4. Gab es ähnliche Phänomene schon früher? Wir haben an das Beispiel „Neurasthenie” gedacht – eine Nervenkrankheit, die am Anfang des 20. Jahrhunderts sehr weit verbreitet war, heute jedoch kaum noch bekannt ist.

5. Interkultureller Vergleich: Gibt es ähnliche Phänomene auch in anderen Ländern (wie zum Beispiel in Großbritannien oder in Polen)? Hat das Wort Burn-Out, das aus dem Englischen kommt, in dieser Sprache vielleicht einen semantischen Wandel erfahren?

 

Das sind unsere ersten Gedanken zu diesem Projekt. Ob wir all unsere Vorhaben umsetzen können, neue Ideen bekommen oder alte verwerfen müssen, ist noch völlig ungewiss. Was die Methodik angeht sind wir ebenfalls noch sehr unsicher. Werden sich all unsere Fragen in der Praxis auch tatsächlich untersuchen lassen? Welche methodischen Probleme können sich bei der Untersuchung ergeben? Welche Korpora können wir benutzen und wie aufschlussreich werden diese für unsere Arbeit in Bezug auf die einzelnen Fragestellungen sein?

Die Zeit wird es zeigen. Auf jeden Fall freuen wir uns sehr über unser linguistisches Projekt. Wir hoffen, zu interessanten Ergebnissen zu kommen, die für alle Leser spannend sein werden.

 

 

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