Abschließende Betrachtungen: Fazit zu unserem Projekt

Die Arbeit an diesem Projekt hat uns, trotz einiger Probleme, großen Spaß gemacht. Die Thematik fanden wir von Anfang an sehr interessant und waren folglich sehr motiviert. Oft sind wir mit dieser Motivation an Grenzen gestoßen, weil sich einige Dinge methodisch nicht umsetzen ließen, doch sind wir insgesamt mit unserem Projekt zufrieden.

Wir haben uns in unserem Projekt vor allem auf das Krankheitsbild Burnout konzentriert. Das hat verschiedenen Ursachen:

1. Es ging bei unserem Projekt vor allem darum, korpuslinguistische Methoden überhaupt erst einmal kennenzulernen und auszuprobieren. Wir hätten natürlich alle verwendeten Methoden auch auf unsere zwei anderen Suchbegriffe Hyperaktivität und Stress anwenden können.

2. Der Begriff Burnout erschien uns besonders interessant.

3. Der Arbeitsaufwand wäre für alle drei Suchbegriffe zu hoch gewesen.

 

Unsere Hypothesen haben sich teilweise als richtig, einige aber auch als falsch herausgestellt. Wir sind froh, dass wir bei eigentlich allen Hypothesen überhaupt zu Ergebnissen gekommen sind, denn am Anfang waren wir uns nicht sicher, dass uns dies gelingen würde.

 

Am Ende möchten wir allen Besuchern unserer Seite viel Spaß mit unserem Projekt wünschen. Wir freuen uns sehr über Feedback, Kritik und Verbesserungsvorschläge und vielleicht fühlt sich sogar jemand dazu berufen, unsere Ansätze weiter zu verfolgen.

Abschließende Betrachtungen: Probleme bei der Arbeit

An dieser Stelle möchten wir zum Abschluss unseres Projektes noch einmal kurz zusammenfassen, was sich an unserer Arbeit schwierig gestaltet hat.

Unser größtes Problem war die Erstellung unseres eigenen Korpus. Die Schwierigkeiten waren vor allem technischer Natur. Einerseits, weil wir beide uns leider sehr schlecht mit Computern und deren Funktionsweisen auskennen und andererseits, weil immer wieder Kleinigkeiten nicht so funktioniert haben, wie wir uns das vorstellten und wir uns davon immer schnell entmutigen ließen. An dieser Stelle möchten wir uns deshalb zunächst einmal bei den anderen Kursteilnehmern für die vielen Ratschläge bedanken, vor allem aber bei Herrn Bubenhofer, den wir mit unseren endlosen, häufigen und ständig wiederkehrenden Fragen hoffentlich nicht zu sehr belästigt haben.

Schlussendlich haben wir ein eigenes kleines Korpus erstellen können, dass uns sogar zu einigen Ergebnissen gebracht hat.

Zu Anfang des Projektes hatten wir zahlreiche Ideen, was man alles untersuchen könnte, doch wir mussten schnell feststellen, dass sich viele Dinge nicht umsetzen lassen und es sich empfiehlt, vor Beginn der Arbeit sorgfältig über die Methodik zur Durchführung nachzudenken.

Eine weitere Herausforderung bei unserem Projekt waren die verschiedenen Schreibweisen: Burn-out und Burnout, Stress und Streß (nach alter Rechtschreibung) und die unterschiedlichen Ergebnisse, die die Schreibweisen bei Korpusabfragen brachten. Hier ein Beispiel der Kollokatoren von Burn-out/Burnout aus COSMAS II:

 

Burnout

Burn-out

Depressionen, Angststörungen Depression
Depression Depressionen
Haggi´s Stress
Maslach Inventory vorbeugen
Modediagnose Ausgebranntsein
Stressbeschwerden Erschöpfung
Erschöpfung Bore–out
Revenge Kalabic
Ausgebranntsein Mobbing
Stress Panikattacken
Paradise Überlastungserscheinungen
Bikercafes Buchwiesen–Talk
Ausbrennen Ausgebranntseins

 

Diese unterschiedlichen Ergebnisse zu interpretieren, ist uns oft nicht leichtgefallen. Schließlich sind wir davon ausgegangen, dass die Wörter, trotz der unterschiedlichen Schreibweisen, völlig synonym sind, doch bereits bei den Kollokationen erzielten wir häufig völlig abweichende Ergebnisse. Wie wir mit diesem Problem umgehen sollen, ist uns immer noch nicht völlig klar, in unserer Arbeit haben wir jedoch unser Bestes versucht.

Die Frage, wann ein Ergebnis aussagekräftig ist, hat uns häufig sehr beschäftigt. Gerade für unsere sehr speziellen Suchbegriffe haben wir oft nur sehr wenige Treffer erzielt und waren uns folglich unsicher, ob wir diese Ergebnisse überhaupt verwenden können. Wir haben uns bemüht, dieses Problem bei unserer Ergebnisfindung stets anzumerken, sind aber der Meinung, dass wir trotzdem zu einigen brauchbaren Schlüssen kommen konnten.

Erste Gedanken zur Datengrundlage

Zur Untersuchung unserer Forschungsfragen, die noch nicht völlig ausgereift sind, haben wir die Möglichkeit, verschiedene Korpora zu untersuchen.

Im Seminar haben wir bereits zwei Korpora kennengelernt: das DWDS und das Korpus des IDS Mannheim. Beide eignen sich zunächst einmal für erste Versuche der Untersuchung. Interessant fanden wir beim DWDS die Möglichkeit, semantische Strukturen zu erfassen (Welche Wörter stehen besonders häufig in der Umgebung zu den Suchbegriffen?), da wir bis jetzt davon ausgehen, dass wir besonderen Wert auf semantische Fragestellungen legen werden.

Allerdings überlegen wir, ob es nicht sinnvoll wäre, ein eigenes Korpus zu erstellen. Wie das genau funktioniert, wissen wir noch nicht, allerdings haben wir uns zum Inhalt bereits erste Gedanken gemacht. Wir wollen, aus rein praktischen Gründen, Texte verwenden die Online zur Verfügung stehen.

Es wäre vielleicht interessant zu untersuchen, wie unsere Suchbegriffe in populärwissenschaftlichen Artikeln (wie etwa in Spiegel Online oder in der Apotheken-Umschau) verwendet werden und wie in fachwissenschaftlichen Artikeln. Ob und in welchem Umfang man überhaupt auf fachwissenschaftliche Artikel zugreifen kann, ist aber noch nicht sicher. Als Ergebnis dieses Vergleichs könnte man eventuell auf Unterschiede in der gängigen, gesellschaftlichen Wahrnehmung und der medizinischen Untersuchung stoßen.

Zudem haben wir ein polnisches Korpus (NKJP: Polnisches Nationalkorpus) gefunden. Da Katarzyna polnische Muttersprachlerin ist, könnte ein Sprachvergleich ergiebig sein. Ebenso könnte das BNC (British National Corpus) für die Untersuchung eines eventuellen semantischen Wandels des Wortes Burnout von Interesse sein.

Schlussendlich hatten wir die Idee, Burn-out mit Neurasthenie zu vergleichen. Dafür würden wir jedoch Texte bzw. Korpora von Texten, die vom Anfang des 20. Jahrhunderts stammen, benötigen. Leider haben wir bisher kein solches Korpus gefunden.

Burn-out, Stress, Hyperaktivität: Neue Wörter, neue Krankheiten?

Erster gemeinsamer Blogeintrag von Katarzyna Wiekiera und Anna-Liv Hering

 

Lieber Herr Bubenhofer, liebe Kommolitonen und alle anderen Interessierten,

 

zu Anfang des Semesters haben wir uns dazu entschlossen, den Projektkurs „Einführung in die Korpuslinguistik“ an der TU Dresden zu besuchen. In diesem Rahmen haben wir nun die Möglichkeit, ein interessantes Projekt umzusetzen.

Wörter wie Burn-out, Stress und Hyperaktivität sind allgegenwärtig und erscheinen uns selbstverständlich. Doch gab es diese Bezeichnungen für Krankheiten noch nicht immer in der deutschen Sprache. Wir möchten deshalb einigen verschiedenen Fragen nachgehen, um dieses Phänomen zu untersuchen:

1. Wann fanden diese Bezeichnungen Eingang in die deutsche Sprache?

2. Handelt es sich bei diesen Bezeichnungen lediglich um einen Ersatz für Bezeichnungen für ähnliche Krankheiten, die es schon immer gab oder brachten die neuen Wörter auch völlig neue Krankheiten hervor? → Wie hängen das Aufkommen einer Bezeichnung und die tatsächliche Krankheit miteinander zusammen?

3. Wer leidet unter diesen Krankheiten/in welchen Bereichen sind sie zu finden (z.B. Schule, Universität, Berufsleben…)?

4. Gab es ähnliche Phänomene schon früher? Wir haben an das Beispiel „Neurasthenie” gedacht – eine Nervenkrankheit, die am Anfang des 20. Jahrhunderts sehr weit verbreitet war, heute jedoch kaum noch bekannt ist.

5. Interkultureller Vergleich: Gibt es ähnliche Phänomene auch in anderen Ländern (wie zum Beispiel in Großbritannien oder in Polen)? Hat das Wort Burn-Out, das aus dem Englischen kommt, in dieser Sprache vielleicht einen semantischen Wandel erfahren?

 

Das sind unsere ersten Gedanken zu diesem Projekt. Ob wir all unsere Vorhaben umsetzen können, neue Ideen bekommen oder alte verwerfen müssen, ist noch völlig ungewiss. Was die Methodik angeht sind wir ebenfalls noch sehr unsicher. Werden sich all unsere Fragen in der Praxis auch tatsächlich untersuchen lassen? Welche methodischen Probleme können sich bei der Untersuchung ergeben? Welche Korpora können wir benutzen und wie aufschlussreich werden diese für unsere Arbeit in Bezug auf die einzelnen Fragestellungen sein?

Die Zeit wird es zeigen. Auf jeden Fall freuen wir uns sehr über unser linguistisches Projekt. Wir hoffen, zu interessanten Ergebnissen zu kommen, die für alle Leser spannend sein werden.