Analyse und Ergebnisse I

Forschungsfrage 1: Seit wann beginnt man, das Wort „Experte“ zu benutzen? Wie verändert sich die Anwendung „Experte“ über  die Zeit?

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Ich suche beim DWDS das Wort „Experte“ und recherchiere nach dem Wortverlauf, dann bekomme diese Grafik.

Von der Grafik kann man deutlich sehen, dass man vor 1950er fast gar nicht „Experte“ benutzt. Die Grafik stellt eine starke Steigerung nach 1970er. Seit dem Vorkommen des Wortes spielte „Experte“ in der Zeitung eine wesentliche Rolle.

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Das Vorkommen des Wortes „Wissenschaftler“ zeigt eine starke steigende Tendenz zwischen 1950er und 1990er, aber nicht nur in der Zeitung, sondern auch in der Gebrauchsliteratur und Wissenschaft. Die Kurve des Wortverlaufs für „Forscher“ ist im Zeitraum von 1900er bis 1990er schwankend. Der Grafik nach wird „Forscher” häufig im Bereich Wissenschaft benutzt, aber in 1990er spielt die Zeitung eine wichtigste Rolle in allen seinen Verwendungsbereichen.

Die Grafik des Wortes „Professor“ hat im Vergleich zu anderen Bezeichnungen eine besondere Eigenschaft. Die Anwendung des Wortes „Professor“ ist ganz anders als „Experte“. Seit 1900er benutzt man „Professor“ sehr viel, aber nach 1940er geht die Anzahl stark zurück. Aufgrund der Kombination der Entwicklung der relativen Frequenz und des Wortverlaufs im DWDS-Kernkorpus stelle ich mich selbst eine Frage: Ist es zufällig, dass die Anwendungen von „Experte“ und „Professor“ ganz unterschiedliche Entwicklungstendenzen zeigen?  Oder wird die Entwicklung des Wortes „Professor“ von die des Wortes „Experte“ beeinflusst? Da das Wort „Professor“ aufgrund der Grafik im DWDS-Kernkorpus in vielen Bereichen verwandt wird, wie zum Beispiel in der Belletristik, Zeitung und Gebrauchsliteratur, kommt das in Frage: In welchen Kontexten tritt „Experte“/ „Professor“ auf?

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Wenn ich „Experte“ bei CCDB eintippe, sind die zehn häufigsten Kombination: Ansicht, schätzen, Einschätzung, warnen, rechnen, einig, Meinung, erwarten, raten und gehen. Das Ergebnis der Verwendung vom DWDS ist auch ähnlich. „Experte“ tritt immer mit Verben „schätzen, warnen, rechnen, erwarten oder raten“. Das heißt, dass das Wort „Experte“ immer vorkommt, wenn Wissen als unsicher dargestellt, bewertet wird. Die Bedeutung des Wortes liegt grundsächlich im Bereich der Interpretation von Wissen oder der Formulierung von Meinungen.

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Aber wenn ich das Wort „Professor“ suche, geht das Kookurrenzprofil eher um akademische Umfelde, wie Universität, Studenten, Direktor, Dozenten, lehrt als und so weiter.

Deshalb kann man zusammenfassen, dass die Entwicklungen der Wörter „Experte“ und „Professor“ keine direkt Einfluss miteinander haben, insbesondere im journalistischen Texten.

Ein Gedanke zu „Analyse und Ergebnisse I

  1. Diese letzte Bemerkung teile ich nicht: Die Kollokationsprofile von “Professor” und “Experte” sind unterschiedlich, beide tragen aber auch die gemeinsame Bedeutung “Wissen” o.ä. Warum wird denn der Professor vom Experten abgelöst? Steht das nicht in einem Zusammenhang?

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