Das mentale Lexikon

So organisieren wir mental den “Wortsalat”:

Als mentales Lexikon bezeichnet man das gesamte Wissen über Wörter, die man verwendet und verstehen kann. Es befindet sich im Langzeitgedächtnis und ist die Art und Weise, wie das Gehirn Wörter und deren Bedeutungen organisiert.

So speichert es Informationen über Wörter und Morpheme, die für die Sprachproduktion-und rezeption abgerufen werden können. Dabei werden auch ganze Wortfelder verinnerlicht. Kommt also sozusagen ein Wort im mentalen Lexikon an, werden gleich weitere Begriffe „aktiviert“. Daher ergibt es Sinn, im Sprachunterricht ganze Wortfelder einzuführen.

Das mentale Lexikon ist als dynamisches Konzept zu verstehen, das wie ein mehrdimensionales Netzwerk semantische Verbindungen herstellt, die kontextabhängig unterschiedlich stark und in verschiedenen Wortfeldern aktiviert werden. Zu jedem Wort werden eine Reihe von Informationen gespeichert, die den Lexikoneintrag ergeben. Dort finden sich Infos zu phonetischer und phonologischer Form, zur Wortstruktur und Flexionsklasse sowie zur Wortart und Bedeutung. Häufig verwendete oder bekannte Wörter werden auf der Suche im mentalen Lexikon schneller gefunden als unbekannte oder selten verwendete. 

ment lex

Bildquelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/93/LexNetzwerk-Levelt.png

Keine Faxen! ;-)

Bei der Durchsicht der Vokabeln bin ich auf das Wort „Fax“ gestoßen, das in der Lektion „Arbeit und Beruf“ eingeführt wird und zur HK 13 gehört. Da ich vermute, dass das Wort nach und nach durch die technische Überholung an Bedeutung verlieren könnte, habe ich das mal mit dem Ngram Viewer analysiert.

ngram fax email

 

Die Verlaufskurve lässt darauf schließen, dass der Gebrauch des Gerätes stetig abnimmt. Derzeit ist es wahrscheinlich zwar noch sinnvoll, das Wort einzuführen, in ein paar Jahren wird es vermutlich unzeitgemäß sein.

Aber das ist natürlich nur eine Vermutung :-)