Cosmas II: Burnout/Burn-out

Abfrage COSMAS II: Burnout und Burn-out

Für unsere erste Abfrage bei COSMAS II haben wir uns für die zwei häufigsten Schreibungen von Burnout/Burn-out entschieden.

Für die erste Schreibung erhalten wir 2860 Ergebnisse, verteilt auf 1687 Texte, für die zweite Variante 2680 Ergebnisse in 1686 Texten. Die Ergebnisse sind also relativ ähnlich.

Bei der ersten Suchabfrage tritt das Wort allerdings erstmals im Jahr 1990 auf, während es bei der zweiten im Jahr 1993 das erste Mal zu finden ist.

Auch die Verteilung der Häufigkeiten in den verschiedenen Jahren ist unterschiedlich.

Für die Schreibung Burn-out finden sich in den ersten zwei Jahren (1993/94) jeweils nur drei Treffer, im darauf folgenden Jahr zwei. Anschließend folgt eine leichte Steigerung bis 1998 auf 11 Treffer, dann sinkt die Zahl bis 2001 auf einen Treffer und bleibt auch in den Folgejahren sehr niedrig. Ein großer Anstieg, der sich stetig fortsetzt, ist ab 2006/2007 zu finden: Hier steigt die Zahl von 21 auf 90, dann auf 122. Den Höhepunkt findet man im Jahr 2012, wo 508 Treffer erzielt werden. 2013 sind es nur noch 182, das könnte aber daran liegen, dass das Korpus für dieses Jahr noch nicht vollständig ist.

Bei der Schreibung „Burnout“ finden sich die meisten Ergebnisse im Jahr 2011 und zwar 821 Treffer in 422 Texten. Danach sinkt die Trefferzahl auf 650 in 353 Texten im Jahr 2012 und 251 Treffer in 153 Texten im Jahr 2013. Die niedrige Anzahl im Jahr 2013 könnte, wie im ersten Beispiel damit zu erklären sein, dass das Korpus für dieses Jahr noch nicht vollständig ist.

Demnächst die Tendenz sinkt.

 

Ergebnisse:

Die Treffer für beide Schreibungen von Burn-out/Burnout sind bis in die Jahre 2007/2008 sehr niedrig und deshalb wenig aussagekräftig. Interessant ist der unterschiedliche Eingang in die Sprache bei den unterschiedlichen Schreibweisen. Wie genau der Unterschied von drei Jahren zu erklären ist, wissen wir nicht genau und können nur Vermutungen anstellen: Vielleicht wurde die englische Schreibung von „Burnout“ zunächst übernommen und so verwendet, bis sich irgendwann die Alternative der Schreibung mit Bindestrich als gleichwertig durchsetzte. Allerdings hat sich, wie die sehr ähnlichen Trefferquoten zeigen, über die vielen Jahre keine Schreibung gegenüber der anderen durchgesetzt, die beiden Formen werden offenbar als synonym nebeneinander verwendet. Somit gibt es in der deutschen Sprache keine normierte Form für die „eine korrekte“ Schreibweise von Burnout/Burn-out. Daraus Schlüsse zu ziehen, ist aufgrund der bisher wenigen vorliegenden Ergebnisse sehr gewagt, könnte aber ein Anstoß für weitere Untersuchungen sein. Was bedeutet es, dass ein Wort, dass schon seit etwa 14 Jahren in der deutschen Sprache vorkommt (und das mittlerweile jedem bekannt ist) bisher keine Normierung für eine korrekte sprachliche Verwendung erfahren hat?

Deshalb schauen wir im Duden nach:

Der Duden empfiehlt die Schreibung Burn-out, gibt allerdings auch die alternative Schreibweise ohne Bindestrich an (siehe: http://www.duden.de/suchen/dudenonline/burnout ).

Grammatisch findet man im Genitiv die „eingedeutschte“ Schreibweise „des Burn-outs“, die allerdings neben der Schreibung ohne deutsches Genitiv-s steht (siehe: http://www.duden.de/rechtschreibung/Burn_out_Raumfahrt_Syndrom ).

Der Duden gilt als Richtlinie zur korrekten Schreibung von Wörtern, deshalb fragen wir uns, warum die empfohlene Schreibung als „Burn-out“ weniger Treffer im Korpus erzielt, als die alternative Schreibweise ohne Bindestrich. Allerdings wissen wir nicht, seit wann sich der Begriff überhaupt im Duden befindet, also seit wann es eine gewisse Normierung überhaupt gibt.

 

Kookkurrenzanalyse Burn-out/Burnout:

 

Mit den Standardeinstellungen von COSMAS II machen wir eine Kookkurrenzanalyse der zwei Schreibweisen.

Hier eine Übersicht über die jeweils ersten 20 Ergebnisse (zum Vergrößern anklicken).

 

Bei beiden Abfragen ist die häufigste Kookkurrenz das Wort Depression(en) bzw. Depressionen/Angststörung. Dies sind sehr erwartbare Ergebnisse.

Bei der Schreibweise „Burnout“ überrascht uns jedoch der dritte Rang der Kookkurrenzanalyse: Dort findet sich das Wort „Haggi´s“. Als wir uns die Ergebnisse näher ansehen wird deutlich, dass es sich hierbei um eine Kneipe/Bar handelt, die „Haggi´s Burnout“ heißt und in der zahlreiche bekannte Musiker auftreten. All diese Ergebnisse stammen aus der Rhein-Zeitung, sodass davon auszugehen ist, dass sich die Kneipe in deren Lesergebiet befindet und die Zeitung in Veranstaltungstipps oft auf „Haggi´s Burnout“ hinweist. Bei der Schreibalternative befindet sich „Haggi´s“ auf Platz 17.

Zwei weitere Suchergebnisse bei der Schreibweise „Burnout“überrascht uns ebenfalls: Auf Platz 9 erscheint das englische Wort „Revenge“ und auf Platz 13 „Paradise“. Ein näherer Blick auf die Ergebnisse zeigt, dass es sich um die Computerspiele handelt, die bereits die Suche im polnischen Nationalkorpus erschwert haben.

„Modediagnose“ und „Modebegriff“ stehen den Kookkurrenzen „Volkskrankheit“ und „Managerkrankheit“ gegenüber.  Dies zeigt zwei sehr gegensätzliche Betrachtungsweisen von Burnout: Einerseits als eine Modeerscheinung und andererseits als Krankheit. Der Begriff „Modediagnose“ steht am Weitesten vorne (Platz 7), „Volkskrankheit“ und „Managerkrankheit“ stehen auf Platz 16 und 18, während sich „Modebegriff“ auf Platz 20 befindet. Diesen Gegensatz finden wir seit Beginn unserer Arbeit sehr interessant und möchten in unserer Arbeit noch genauer darauf eingehen.

Kookurrenzanalyse Burnout

Kookurrenzanalyse Burn-out

 

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