N-Gramme (Google)

Heute sehen wir uns den Google N-Gram-Viewer einmal genauer an. Wir wissen, dass wir ihn nicht für wissenschaftliche Zwecke benutzen sollen, weil die Datengrundlage unklar ist. Somit sind keine gesicherten Aussagen über die erscheinenden Ergebnisse möglich. Dennoch finden wir den N-Gram-Viewer interessant, weil man sicherlich einige Tendenzen erkennen kann, zum Beispiel darüber, seit wann ein gewisses Wort in einer Sprache aufgetreten ist.

Wir haben zunächst das Wort Burnout in verschiedenen Schreibweisen eingegeben und in verschiedenen Sprachen gesucht (wir haben deutsch und englisch genommen, wobei es bei englisch folgenden Möglichkeiten gibt: 1. British English, 2. American English, 3. English und 4. English fictional).

Das Ergebnis für die deutsche Suche sieht, je nach Schreibung, folgendermaßen aus (auf die Grafiken klicken, um zu vergrößern):

Burn-out

burn-out2

burnout N-Grams

Burnout 2 N-Grams

 

Je nach Schreibung (klein oder groß, mit Bindestrich, ohne Bindestrich) variieren die Ergebnisse. Das ist in vielen Korpora ebenso der Fall. Verwunderlich ist allerdings, dass je nach Schreibung das erste Vorkommen in der deutschen Sprache stark schwankt. Burnout (klein und zusammen geschrieben) taucht das erste Mal in den dreißiger Jahren auf, schreibt man es groß, ist das erste Aufkommen in den 70er und 80er Jahren. Bei der Schreibung “groß mit Bindestrich” findet Google den Begriff erstmals ab den 60er Jahren, während es Kleinschreibung das erste Aufkommen in die 50er Jahre verlegt.

Wir wissen nicht, wie wir diese Ergebnisse interpretieren sollen, falls jemand Hinweise hat, wären wir dankbar.  Wir hatten uns eindeutigere Ergebnisse von den N-Grammen erhofft.

Dennoch wollen wir auch noch kurz die englischsprachigen Ergebnisse vorstellen, allerdings nur in einer Schreibweise.

Zunächst einmal American English:

Burnout american 2

2. British English

Burnout British

3. English Fiction

Burnout English Fiction

4. English

Burnout English

 

Im British English taucht das Wort etwas früher auf, etwa um 1810, während es im American English und in der Suche “English” in Google erst nach 1820 zu finden ist. Die Verwendung als (vermutlich) moderner Begriff für die Krankheit ist ähnlich wie im Deutschen und liegt zwischen den 60er und 80er Jahren.

Besonders auffällig ist der große Ausschlag bei den Fictional Texts in den 1870er Jahren. Das Wort kam in dieser Zeit sogar noch häufiger vor, als das heute der Fall ist. Als eine mögliche Interpretation könnte man annehmen, dass sich Bücher über Brände, Brandstiftung o.ä. in dieser Zeit im anglo-amerikanischen Sprachraum besonderer Beliebtheit erfreuten.

Fazit:

Aufgrund der teilweise etwas widersprüchlichen Ergebnisse wird der Google N-Gram-Viewer für unser Projekt nicht von Bedeutung sein. Allerdings bestätigt er trotzdem unsere Annahme über die Zunahme der Verwendung des Begriffs “Burnout” in allen untersuchten Sprachen (Ausnahme: englische fiktionale Texte).

Alle N-Gramme zeigen einen großen Anstieg in der Verwendung des Begriffes Burnout, gleiches zeigt sich auch in “seriösen” Korpora. Zeitungen, Zeitschriften usw. bestätigen diese Annahme ebenfalls. Ein Artikel aus der Zeit, der sich auf eine Untersuchung der AOK stützt, stellt sogar fest, dass sich die Fehlzeiten deutscher Arbeitnehmer aufgrund von Burnout seit 2000 verdoppelt haben.

Diesen sehr interessanten Artikel findet man Online unter:

http://www.zeit.de/karriere/2012-06/depressionen-verdopplung-berufstaetige

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