Thematische Einordnung

 Das Bild Tunesiens vor der Revolution:

Tourismus und Terrorismus

Die Suche mit Antconc  nach dem Wort „Tourismus“ im Zeitraum von  1999-2002 ist aus dem Ergebnis von Cosmas II abgeleitet. Laut der Recherche von Cosmas II  wurde im Jahr 1999 häufig über Tunesien berichtet. Dieses Resultat habe ich bereits damit begründet, dass der Tourismus einen Aufschwung in diesem Jahr erlebt hatte. Die Auswahl des Jahres 2002 ist mit der Krise des Tourismus in Tunesien verbunden, weil es in diesem Jahr den verhängnisvollen Anschlag auf El Ghriba gab. Die Synagoge El Ghriba bedeutet sowohl für die Juden als auch für die Tunesier ein wichtiges Symbol des friedlichen Zusammenlebens von allen Religionen im Land und stellt eine Attraktion für Touristen dar. Durch den Anschlag auf die Synagoge auf der bei Touristen beliebten Insel Djerba ist der Mythos von Tunesien als einem friedlichen Land gestorben. Während der Tourismus im Jahr 1999 den Zenit seiner Entwicklung erreicht hatte, geriet diese Branche in eine dauerhafte Krise.

Bei der Suche mit Antconc wurden die  Korpora, die den Zeitraum 1998 -2002 umfassen, einbezogen. Bei der Recherche nach dem Wort ‚Tourismus’ tritt das Adjektiv ‚wichtig’ am häufigsten auf. Um das Wort ‚Tourismus’ habe ich versucht, nach dem Wort ‚Urlaub’ zu suchen. Das Ergebnis ergab 35 concordance hits. Im Zusammenhang mit diesem Wort sind folgende Wörter aufgetreten:

tableau

10151527_10203284065690767_1705288794_n

Wie schon die Resultate zeigen, tritt Djerba häufig mit dem Wort ‚Urlaub’ auf. Djerba ist eine Insel im Süden Tunesien und gilt als die größte Insel in Nordafrika.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Djerba

Doch im Jahr 2002 tritt das Wort ‚Djerba’ nur mit dem Wortfeld des Terrorismus und Wörtern wie ‚Attentat’, ‚Terroranschlag’, ‚Al Quaida’ auf. Dadurch wird im Bewusstsein der deutschen Leser ein neues Bild vom Land geprägt, vor allem weil die meisten Opfer des Anschlags Deutsche waren. Der folgende Artikel verdeutlicht das neue dargebotene Bild von Tunesien nach dem Anschlag:

http://www.spiegel.de/einestages/terroranschlag-von-djerba-a-947547.html

 

ko

 

Das Bild Tunesiens nach der Revolution:

Freiheit, Demokratie, Islam und Menschenrechte

Durch die Recherche mit Cosmas II wurde deutlich, dass im Jahr 2011 die Zahl der Berichterstattungen über Tunesien größer geworden ist. Dies lag, wie schon erwähnt wurde, an dem Ausbruch der Revolution.

Mehr über die tunesische Revolution findet sich unter folgendem Link:

http://de.wikipedia.org/wiki/Revolution_in_Tunesien_2010/2011

Cosmas II hat gezeigt, dass  Unruhe und Instabilität das Bild des Landes in dieser Zeit prägten. Doch sind rund um das Wortfeld der Revolution neue Begriffe aufgetaucht. Die Rede war vor allem von Freiheit, Menschenrechten und Demokratie. Deswegen ist es von Belang, nach diesen Wörtern in den deutschen Printmedien zu suchen. Anhand der  Korpora, die ich aus den Korpora der Süddeutsche Zeitung und der FAZ, zusammengestellt habe, habe ich mit Hilfe von Antconc nach den Wörtern, die rund um Tunesien nach dem Ereignis von 2010/2011auftauchen, recherchiert.

Die Suche im Korpus der Süddeutschen Zeitung und der FAZ, die den Zeitraum von 2010 bis 2014 umfassen, ergibt folgende Ergebnisse:

 

frei1

Am häufigsten mit dem Wort „Freiheit“ tritt das Wort „Demokratie“ und „Gerechtigkeit“ auf.

concordance hits: 242

Frequenz: 40   Wort : Demokratie

Frequenz: 15   Wort: Gerechtigkeit

Dann wollte ich untersuchen, welche Begriffe mit dem Wort ‚Demokratie’ auftreten. Die Recherche zeigt, dass mit dem Wort ‚Freiheit’ Wörter wie ‚Islam’ und ‚Massenaufmärsche’ in auftreten. Sobald Massenaufmärsche eine Art Bekämpfung für die Freiheit sein könnten,  scheint diese Verbindung logisch zu sein. Darüber hinaus kann das Zusammentreten von den Wörtern ‚Islam’ und ‚Freiheit’ dadurch erklärt werden, dass unter einer islamistischen Regierung die Freiheit nicht garantiert werden kann.

concordance : 242 hits

collocates:

Frequenz: 69      Wort: Massenaufmärsche

Frequenz: 26      Wort: Islam

Da die Rede von Demokratie und Freiheit ohne die Menschenrechte unvorstellbar ist, habe ich nun versucht, nach dem Begriff im Korpus, den ich aus dem Factiva erstellt habe, zu recherchieren Die Recherche ergibt solche Ergebnisse.

mr

Wie die Recherche bereits gezeigt hat, tauchen wichtige Begriffe im Zusammenhang mit dem Wort ‚Menschenrechte’ auf. Von 9 concordance hits im Zeitraum von 2012-2014 tritt das Wort ‚Menschenrechte’ mit dem Collocator ‚Schutz’ viermal und dreimal mit ‚Förderung’ auf. Daraus erhellt sich, dass die Menschenrechte unterstützt und geschützt werden sollten, damit sie in der Wirklichkeit realisiert werden können. Die Frage, die sich allerdings am Ende meiner Arbeit stellt, ist, wie die Lage der Menschenrechte in Tunesien aussieht? Könnte Tunesien wirklich ein Musterland für Demokratie und Menschenrechte im arabischen Raum werden?  Mit diesen Fragen möchte ich meine Arbeit schließen und ich freue mich auf Ihre Kommentare dazu.

Ein Gedanke zu „Thematische Einordnung

  1. Das sind erste, plausible Resultate. Aber warum haben Sie keine Kollokationsanalyse gemacht? Oder die Analyse von n-Grammen um typische Formulierungsmuster zu finden? Dies wäre auch mit COSMAS II möglich gewesen, indem Sie virtuelle Korpora gemacht hätten, um z.B. zwei Zeitabschnitte vor und nach der Revolution zu unterscheiden.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>