Gedanken zum Thema

Zuerst muss geklärt werden: Was sind Sakralisierungen und Emotionalisierungen? Wie können sie sprachlich erkennbar werden?

Sakralisierung kommt vom lateinischen “sacer” (heilig) und bedeutet somit “heilig machen”. Wenn man etwas sakralisiert, dann verehrt man es und spricht dem Objekt große Bedeutung zu. Wenn der Wald als solches sakralisiert wird, heißt das, dass er eventuell als Gegenstand religiöser Verehrung und als bedeutsames kulturelles Element wahrgenommen wird.

Emotionalisierung bedeutet immer, dass mit einem Objekt bestimmte Gefühle und Gedanken verbunden sind, die bei der Betrachtung dieses Gegenstandes ausgelöst werden. Es könnte auch eine Projektion gemeint sein, die nur subjektiv nachvollzogen werden kann. Welche Emotionen könnte man mit dem Wald verbinden?

Emotionen werden meiner Meinung nach besonders durch Adjektive und Attribute ausgedrückt. Doch auch Verben können zeigen, was man mit einem Wort verbindet. Wörter der Sakralisierung können z.B. heilig, anbetungswürdig oder überirdisch/ übersinnlich sein. Emotionalisierte Begriffe sind beispielsweise schön, sicher, schützend oder auch dunkel und bedrohlich. Dabei fällt natürlich auf, dass “dunkel” einfach nur eine äußere Beschreibung des Waldes sein kann, ohne eine bestimmte Emotion dabei ausdrücken zu wollen.

Daran zeigt sich, dass Emotionen immer subjektiv sind und nicht verallgemeinert werden können. Die Auswahl der Wörter, die ich durch meine Untersuchung als emotional und sakral einstufe, sind dadurch natürlich nur meine Ansicht und Einschätzung, denn jeder verbindet etwas anderes mit bestimmten Wörtern. Es gibt somit kein Definitionskriterium, was Gefühle sind.

Stoeva-Holm (2005) definiert beispielsweise “Gefühlswortschatz” als Wörter, die “denotativ Erlebnisformen und Emotionen bezeichnen”. Wehrle-Eggers (1967) definiert diesen als “Gefühlsleben” und Dornseiff (1979) als “Fühlen, Affekte, Charaktereigenschaften”.

In: Stoeva-Holm, Dessislava: “Zeit für Gefühle: eine linguistische Analyse zur Emotionalisierung in deutschen Schlagern”.2005. Tübingen. S. 28.

2 Gedanken zu „Gedanken zum Thema

  1. Dabei ist wichtig, dass nicht nur positive Emotionen mit “Wald” verbunden werden können! Beispielsweise kann der Wald auch dunkel und bedrohlich sein.

  2. Und jetzt könnten Sie sich überlegen, wie den “Sakralität” oder “Emotionalität” sprachlich ausgedrückt werden kann. Sind es bestimmte Wortklassen? Adjektive? Ausdrücke der Wertung und des Gefühls?

    Sie könnten nach Ontologien wie den Dornseiff schauen – und lesen Sie auch hier: http://books.google.com/books?id=mDI-WNKSyaIC&pg=PA28&lpg=PA28&dq=gefühlswortschatz&source=bl&ots=snIjPk_32s&sig=p2VqRlSwGw_LAR14P6aRbdb3v6k&hl=de&sa=X&ei=BpvNUoeTGaSf7gbXgYGAAg&ved=0CEMQ6AEwAw

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