Archiv für den Monat: März 2014

5. Kookurrenzprofil von “Fortschritt” mit Kommentar

5. Kookkurrenzprofil von „Fortschritt“

(Quelle: http://corpora.ids-mannheim.de/ccdb/)

 

Im Kontext vom Wort “Fortschritt” ergibt sich folgendes Bild:

  1. Das Attribut „technisch“ tritt mit über 28.000 Treffern am häufigsten auf. Die Stellung im Kontext liegt bei -1/-1.

Bsp.: „…des rasanten technischen Fortschritts“

2. An zweiter Stelle folgt das Wort: „gemacht“ mit fast 22.000 Treffern.             Stelle: +1/+1

Bsp.: „…enorme Fortschritte gemacht“

3. Das Wort „erzielt“ taucht fast 21.000 mal auf. Stelle: +1/+1

Bsp.: „…beachtliche Fortschritte erzielt worden sein“

Weitere mögliche Worte im Kontext sind: „medizinische“, „technologisch“.

Immer wieder treten die Beiwörter „groß“, „enorm“ oder „rasant“ auf. Sie signalisieren eine Steigerung, die gerade im Journalismus oder in der Werbebranche gern benutzt wird, um die Texte interessanter zu gestalten und um zu fokussieren. An sich ist laut Definition der “Fortschritt” eine Steigerung und für den Leser nichts Neues. Mit anderen Worten kann man sagen, dass Leser auf Grund der vielen auf sie einströmenden Informationen gern einen neuen Fortschritt übersehen können, wenn sie nicht mit Nachdruck darauf hingewiesen werden.

Wie bereits im o. g. DWDS-Korpus gezeigt, stechen besonders die Zeitungsartikel der letzten 100 Jahre hervor und weniger die anderen drei Aspekte Belletristik, Wissenschaft und Gebrauchsliteratur. Somit sind neben einer sachlichen Recherche der Texte, die in Zeitungen erscheinen, auch der Journalist und seine Fähigkeiten die Leser aufmerksam zu machen gefragt.  Die Zeitungen stehen unter Verkaufsdruck und im direkten Konkurrenzkampf. Diese Vermutung ist natürlich nur eine von vielen Möglichkeiten, die in Frage kommen. Jedoch erscheint der Gedanke realistisch, dass bestimmte Steigerungen des Wortes „Fortschritt“ beabsichtigt oft benutzt werden.

Weiter könnte man annehmen, dass gerade die Medien eine gewisse schneller werdende Zeit simulieren, indem immer öfter und immer mehr Informationen auf den Leser einströmen.  Die Langsamkeit und das „In-sich-ein-kehren“ haben nicht immer in der heutigen Zeit einen Platz. Gründe gibt es scheinbar viele, wie zum Beispiel die Arbeit, das Pendeln zur Arbeit, das Geld, die Verzinsung, das Finanzsystem, der Handel, die Inflation, etc. Die meisten Informationen, die Menschen bekommen, sind die von ihren Mitmenschen und den Medien.

Auch hat man subjektiv das Gefühl, dass die Wörter „Stress“ und „Fortschritt“ wie Zwillinge einhergehen. Sie tauchen in der Gesundheit auf, sowie in der Politik und im technischen Bereich. Stress macht krank und Fortschritt ist notwendig. (siehe Thementabelle). Stellt man sich die Frage, was Medien (hier: Zeitungen) drucken, dann gibt es neben den aktuellen Ereignissen noch eine weitere Antwort. Medien schreiben über Gefühle, Kommentare die subjektiv sind und darüber, was Leser gern lesen wollen. Es ist wie eine Spirale, die nicht aufzuhalten ist. Manche Leser haben “Stress”, andere lesen darüber. Manche Leser gestalten den “Fortschritt” mit, andere lesen wiederum darüber. Die eigentliche Entscheidung, ob es sich um wirklichen innovativen “Fortschritt” handelt bzw. ob man selbst “Stress” hat, den man nicht beeinflussen kann, treffen die Leser und somit die Menschen selber.

 

6. Fazit/ Antwort auf Forschungsfragen

6. Fazit:

 

Um noch einmal auf die Forschungsfragen zurückzukommen, in wie weit Schnelllebigkeit wo und wann im Korpus auftaucht und ob das Thema überhaupt greifbar ist, muss man versuchen eine objektive realistische Antwort zu geben. Es wurden zuerst die Korpuse vorgestellt (IDS-DeReKo/ DWDS), die für eine Recherche in Frage kommen. Dabei wurde festgestellt, dass zwar DeReKo eine Vielzahl von Texten zur Verfügung stellt, jedoch erst ab dem Jahre 1990 sinnvolle Zahlen und Daten bietet. Hierbei ist DWDS für Zeiten vor 1990 angebrachter. Betrachtet man nur die letzten 20 Jahre, wäre DeReKo eine gute Alternative.

Die Suche nach geeigneten Schlagwörtern ist wie bereits angedeutet selbstverständlich eine sehr subjektive Herangehensweise. Selbst wenn man eine Gruppe von Menschen nach ihrer Meinung fragt und die Wörter per Abstimmung bestimmt ist es immer noch subjektiv. Trotzdem scheinen die hier verwendeten Wörter „Stress“ und „Fortschritt“  für den Anfang als durchaus verwendbar. Die Wahl auf einen eher negativen („Stress“) und einen eher positiven („Fortschritt“) Aspekt ist taktisch beabsichtigt, um keine Verzerrung der Ergebnisse herbeizuführen. Auch sollte vermieden werden die Frage zu beantworten, inwieweit das Leben wirklich schneller vergeht, sondern nur, ob das Thema im Korpus sichtbar ist. Leider kann nach derzeitigem Stand eine derartige eindeutige Antwort nicht gegeben werden. Es gibt zwar Anhaltspunkte für das Vorhandensein der Schlagwörter in größerem Umfang. Inwieweit dies jedoch auf die Schnelllebigkeit zurückzuführen ist, kann bezweifelt werden.

Insbesondere die Quelle Zeitung stach aus verschiedenen Gründen hervor. Darauf wurde näher eingegangen und auch der journalistische Hintergrund eines Textes erläutert.

Um dasThema Schnelllebigkeit näher zu erforschen und vorallem gezielt auf eine ganze Gruppe von weiteren Schlagwörtern einzugehen, müsste man mehr Zeit investieren. Der quantitativ begrenzte Umfang dieser Arbeit lässt eine systematischere Suche von Diskursen in speziell dafür ausgesuchten Korpusen nicht zu.

 

Antwort auf Forschungsfragen:

Es gibt zwar erste Anhaltspunkte für das Auftreten vom Thema, jedoch gibt es noch nicht genügend objektive Beweise. Es ist auch, wie bereits erwähnt, zu bezweifeln, ob ein derartiges durch und durch subjektives Thema wie die Schnelllebigkeit bzw. „Das Leben vergeht immer schneller“  eigentlich im Korpus greifbar ist. Somit sind auch nicht Ort und Zeit des Auftretens des Themas zu identifizieren. Leider ist es auch nicht sehr hilfreich für die Recherche und Auswertung, wenn die Ergebnisse der Textsortenansicht unproportional viele sogenannte “undefinierte” Textsorten ausweisen (“Stress”: 81 % und “Fortschritt”: 60 % aller Treffer !!).

 

4.3 “Stress” und “Fortschritt”: Quellen im Korpus IDS und DWDS

4.3 “Stress” und “Fortschritt”: Quellen im Korpus IDS und DWDS

 

4.3.1 Schlagwort “Fortschritt” im Korpus IDS: DeReKo 

Quellen: (sortiert nach rel. Häufigkeit)
1. Neues Deuschland 189 Treffer 147 pMW (“Stress”: spektrumdirekt 483 Treffer 71 pMW)
2. Reden und Interviews 681 Treffer 92 pMW (“Stress”: Hamburger Morgenpost 1.972 Treffer 35 pMW)
3. Die Zeit 358 Treffer 66 pMW (“Stress”: Nürnberger Zeitung 2.584 Treffer 23 pMW)

(Quelle: https://cosmas2.ids-mannheim.de)

 

Bemerkung:

Weitere Quellen, die eine höhere Frequenz aufweisen, wurden wegen der zu geringen Textanzahl (1-2) nicht mit in der Tabelle aufgeführt. Auf Grund der o.g. geringen Treffer (189-358) kann man nicht von einer ausreichend auszuwertenden Datenmenge sprechen. Nach Treffersortierung sind die Spitzenreiter wieder die Rhein-Zeitung, die Nürnberger Nachrichten und der Mannheimer Morgen. Diese Zeitungen weisen auch eine bedeutend höhere Trefferquote auf (3 – 7 Tsd.). Das liegt sicher daran, dass diese Quellen bedeutend mehr in den Korpus einspeisen, wie andere Zeitungen.

 

Fazit:

Es kann nicht verkehrt sein die Aufmerksamkeit zumindest anfangs auf diese drei Zeitungen und ihre Rubriken zu lenken.

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4.3.2 Schlagwort “Stress” im Korpus DWDS: (Quelle: www.dwds.de) 

Bei der Auswertung des Wortes “Stress” kommt im DWDS folgende Tabelle zustande:

1. Süddeutsche Zeitung: Korpusgröße 386.000 Mio. Wörter ca. 3.000 Treffer / 7.781 pMW

2. Die Zeit: Korpusgröße 372.000 Mio. Wörter ca. 1.900 Treffer / 5.100 pMW

3. Welt: Korpusgröße 204.000 Mio. Wörter ca. 1.880 Treffer / 9.200 pMW

 

Erste Auswertung:

Hier zeigt sich, dass im DWDS drei andere große Zeitungen eine Rolle Spielen, mit denen man sich in diesem Korpus näher auseinandersetzen sollte. Dies wird dadurch noch bestärkt, da beim Schlagwort “Fortschritt” ebenfalls diese drei genannten Zeitungen unter den Top 3 liegen. Sicher hat das auch technische Gründe (Einspeisung), aber nichts desto trotz verfügen diese drei Quellen über eine große Menge an Daten, die auswertbar scheinen.

Wichtig ist vor allem noch zu bemerken, dass im Balkendiagramm (Quelle: www.dwds.de) der Wortverlauf bereits ab 1900 bis 1990 angezeigt wird und nicht wie beim IDS erst ab 1990 nennenswerte Treffer aufgezeigt werden.

 

4.3.3 Wortverlauf im DWDS für “Fortschritt”:

1990-1940: fast gleich bleibend  um 800.

Ab 1950 Steigerung bis 1970 auf einen Wert von 1.800.

Ab 1980 wieder leichter Abfall der bei 600 liegt.

 

Bemerkung:

Man kann von einem stetigen Kurvenverlauf (einmal auf- und einmal absteigend) sprechen, wobei im gesamten Jahrhundert das Wort “Fortschritt” verwendet wurde. Für die allzu häufige Verwendung im Jahre 1970 lassen sich bestimmt logische Gründe finden, die jedoch vorerst keine wissenschaftliche Grundlage bilden. Eine mögliche Erklärung kann der kalte Krieg und das Machtwetteifern der damaligen Supermächte sein. Ob wirklich gerade im Jahrzehnt 1970 besonders viele innovative Erfindungen gemacht wurden, lässt sich an dieser Stelle nicht klären.

Beim Vergleich der vier großen Rubriken: Belletristik, Zeitungen, Wissenschaft und Gebrauchsliteratur sticht die Zeitung im erwähnten Kurvenverlauf besonders zu Buche und nicht die Wissenschaft, wie bei Erfindungen zu vermuten ist. Das hat wiederum rein praktische Gründe, denn die Zeitung hält bedeutend mehr Texte im Korpus als beispielsweise die Belletristik oder die  Wissenschaft. Mit anderen Worten: ein Journalist schreibt mehr, da es sein Beruf ist. Ein Roman oder eine wissenschaftliche Anhandlung kommt viel seltener in die Öffentlichkeit.

Beim Schlagwort “Stress” konnte leider kein Wortverlauf im DWDS angezeigt werden.

 

4.2 Schlagwort: “Fortschritt”

4.2 Schlagwort: “Fortschritt”

 

Thematische Gliederung: (sortiert nach relativer Häufigkeit)

1. Gesundheit/ Ernährung: 2.263 Treffer 39 pMW (“Stress”: Gesundheit/ Ernährung 4.866 Treffer 85 pMW)
2. Wissenschaft Populär: 3.860 Treffer 33 pMW (“Stress”: Staat/Gesellschaft: Familie 8.813 Treffer 65 pMW)
3. Politik/ Ausland: 5.034 Treffer 26 pMW (“Stress”: Natur/ Umwelt/ Tiere: 393 Treffer 48 pMW)
4. Politik/ Inland: 13.667 Treffer 26 pMW (“Stress”: Staat/Gesellschaft: Biographien 4.094 Treffer 43 pMW)
5. Kultur/ Literatur: 2.068 Treffer 25 pMW (“Stress”: Wissenschaft: Populärwissens. 3.850 Treffer 33 pMW)
6. Technik/ Industrie/ Kfz: 367 Treffer 25 pMW (“Stress”: Staat/Gesellschaft: Bildung 1.868 Treffer 22 pMW)
7. Technik/ Industrie/ EDV: 659 Treffer 21 pMW (“Stress”: Freizeit, Unterhaltung, Reisen 7.167 Treffer 15 pMW)
8. Staat/Gesellschaft/ Arbeit: 652 Treffer 21 pMW (“Stress”: Freizeit/Unterhaltung: Vereine 5.031 Treffer 14 pMW)

 

Erste Auswertung:

Diese Herangehensweise, also die Sortierung nach relativer Häufigkeit vorzunehmen, führt auch zu einer neuen Reihenfolge der Themen. Hier ist im Vergleich zur Treffer-Sortierung das Thema Gesundheit/ Ernährung ganz oben. Wir haben eine Übereinstimmung mit dem negativ gesetzten Wort “Stress” (siehe Klammer im Vergleich).

Welche Sortierungsvariante für die Auswertungsergebnisse günstiger erscheinen ist nicht zu letzt eine Frage des Themas und des Korpus. Letzt endlich muss aber zugegeben werden, dass eine relative Sortierung oft zu eindeutigeren und besser auswertbaren Ergebnissen führt, da  es hier unerheblich ist, wie groß der Korpus an sich ist, sondern wichtiger, wie oft das Wort in einer vergleichbaren Menge (hier pro eine Million Wörter) vorkommt. Vorausgesetzt wird jedoch, dass genügend Treffer vorhanden sind. Somit kann diese zweite Sortierung unter gewissen Voraussetzungen für ergebnisorientierter betrachtet werden, wenn genügend Treffer vorhanden sind.

An zweiter Stelle der Tabelle steht bei “Fortschritt” die Populärwissenschaft und bei “Stress” die Familie. Auch diese beiden Themen standen bei der vorangegangenen Sortierung sehr weit oben und sollten auf Grund der Präsenz im Text genauer untersucht werden. In dieser Weise kann man weiter vorgehen und die oben aufgeführten Themen in der Tabelle genauer unter die Lupe nehmen.

Beim Vergleich der relativen Werte der Frequenz fällt auf, dass beim “Fortschritt” keine so großen Differenzen zwischen dem erst- und achtplatzierten bestehen (21 bis 39 pMW). Somit kann von einer relativen gleichen Gewichtung der Themen und somit des Vorfindens des Schlagwortes “Fortschritt” ausgegangen werden. “Fortschritt” ist also evtl. ein Wort, welches in vielen verschiedenen Themenbereichen vorkommen kann und auch verwendet wird. Immerhin sind die Themenbereiche Politik, Gesundheit und Technik von Grund auf sehr verschieden. Sicher kann der “Fortschritt” in vielen Bereichen wirken und angewendet werden. Jedoch muss diese Beständigkeit auch kritisch betrachtet werden. Man sollte sich zumindest die Frage stellen, ob es sich um ein Modewort handelt, welches gern verwendet wird, weil es „in“ ist. Außerdem sollte man fragen, ob “Fortschritt” etwas mit dem Thema: „Das Leben vergeht immer schneller“ zu tun hat. Dafür spricht, dass es kein absolutes Modewort ist, da es in den letzten 23 Jahren konstant verwendet wurde und somit keine Eintagsfliege ist.

Beim Wort “Stress” liegt die Verteilung etwas anders. Hier schwanken die relativen Werte stärker als beim “Fortschritt” und zwar zwischen 14 und 85 pMW. Wobei die Top 3 mit den Themen Ernährung, Tiere und Familie schon eher zu subjektiven menschlichen Richtungen tendieren.  Das soll heißen, dass “Stress” von vorn herein nicht messbar ist und somit in den Texten unfreiwillig oft und wahllos verwendet werden könnte. Jedoch ist der “Fortschritt” auch nicht immer messbar, aber als Messung beispielsweise in der Technik eher vorstellbar.

Neue Frage:

Ist “Fortschritt” immer wahrer “Fortschritt”? Und was ist eigentlich “Fortschritt”?

 

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Was ist eigentlich “Stress” und “Fortschritt”?

Nach dem etymologischen Wörterbuch nach Pfeifer (Quelle: www.dwds.de) ist “Fortschritt” eine Entwicklung vom Niederen zum Höheren, Zweckmäßigeren, vom Einfachen zum Komplizierten. “Fortschrittlich” ist voranschreitend und progressiv. Anzuwendende Attribute können sein: “beständiger”, “rascher”, “unaufhaltsamer”. Synonyme sind “Ablauf”, “Geschehen”, “Verlauf”, “Steigerung”, “Zuwachs” etc. Alle diese Zuschreibungen passen gut in das Thema Zeit und Schnelllebigkeit. Trotzdem ist “Fortschritt” eine vom Menschen verwendete Bemerkung, die eher kulturellen Ursprung ist. Der Mensch glaubt mit dem “Fortschritt” an eine positive Richtung, die notwendig ist.

“Stress” ist dagegen nach o.g. Wörterbuch eine gesundheitsschädigende Überbeanspruchung des menschlichen Organismus durch große physische und psychische Belastungen. Synonymgruppen für “Stress” sind “Belastung”, “Druck”, “Hektik”, “Stimmung”, “nervliche Belastung”. Das Wort ist zwar sehr negativ angehaucht, jedoch wird es auch im leicht Positiven verwendet um ein Ziel zu erreichen oder eine bestimmte Leistung abrufen zu können. Die Definition erklärt auch das häufige Vorkommen in den genannten Themen Ernährung, Tiere und Familie.

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4.1 Schlagwort: “Fortschritt”

4.1 Schlagwort: „Fortschritt“

 

Treffer 53.791

12,57 pMW (pro Million Wörter)

Aus Korpus: IDS (DeReKo) Deutsches Referenzkorpus

(Quelle: https://cosmas2.ids-mannheim.de/cosmas2-web/)

 

Das Schlagwort „Fortschritt“ erscheint auf den ersten Blick ein viel versprechender Ausgangspunkt für weitere Forschungen zum Thema Schnelllebigkeit. Es ergeben sich, wie bereits erwähnt, über 53 Tsd. Treffer bei einem Häufigkeitswert von 12,57 pMW. Das ist (zufälligerweise ?) eine ähnliche Trefferquote wie bei dem vorangegangen Schlagwort „Stress“. Auch hier ergeben sich nennenswerte Treffer erst ab dem Jahre 1990, was auf den bereits diskutierten Einspeisungszeitpunkt von Texten in den Korpus DeReKo zurückzuführen ist.

 

Suche nach Wort: „Fortschritt“

- Korpus: IDS-DeReKo

- Archiv: alle öffentlichen Korpora des Archivs W (COSMAS II)
- Schreibweisen: alle Schreibweisen werden geduldet (“Fortschritt”, “FORTSCHRITT”, “fortschritt”, etc.)
- Werte sind teils gerundet

Insgesamt: (Treffer) 1770 – 2013 Jahr
Texte: 42.419 (“Stress”: 41.560)
Wörter: 53.791 (“Stress”: 52.127)

 

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Jahrzehntansicht: (Treffer) Anteile

1770-1829: 13 in 10 Texten (zusammengefasst)
1940-1949: 30 in 25 Texten (69 pMW)
1950-1959: 114 in 55 Texten (64 pMW)
1960- 1969: 156 in 108 Texten (55 pMW)

1970- 1979: 157 in 102 Texten (80 pMW)

1980- 1989: 676 in 499 Texten (57 pMW)

1990- 1999: 14.112 in 12.173 Texten (14 pMW)

2000-2009: 22.450 in 16.977 Texten (13 pMW)

ab 2010: 16.083 in 12.470 Texten (11 pMW)

 

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Erste Bemerkungen zur Auswertung bzgl. Treffer und Frequenz:

Auf Grund der zu geringen Textanzahl bis zum Jahre 1990 kann natürlich nicht von einem ausreichend großen Korpus gesprochen werden. Dennoch ist eine fast feststehende Häufigkeit zwischen 55 pMW und 80 pMW unübersehbar. Das könnte darauf hindeuten, dass das Wort „Fortschritt“ gleich bleibend oft verwendet wird und somit nicht viele verschiedene semantische Möglichkeiten bzw. Deutungen bietet, die neben dem bloßen Wort “Fortschritt” verwendet werden. Man könnte annehmen, wenn der Korpus zu dieser Zeit größer gewesen wäre, dass dieses Wort nicht in anderen semantischen Zusammenhängen, wie “Stress” und Depressionen bzw. “Hektik” und Schnelllebigkeit benutzt wird. Zu dieser Annahme könnte man schließen, da eine fast gleich bleibende Frequenz (55-80 pMW) sehr unwahrscheinlich mit einer gleich bleibenden Verwendung des Wortes “Fortschritt” in Bezug auf Schnelllebigkeit über die vielen Jahre ist.

Nach dem Jahre 1990 erhöht sich die Anzahl der Texte merklich und man kann von einem relativ ausreichend großen Korpus im DeReKo sprechen.  Auch hier ist die Häufigkeit sehr konstant (11-14 pMW) und somit könnte man die bereits oben genannten Schlüsse vor 1990 übernehmen mit dem Unterschied, dass es sich um eine ausreichend große Anzahl von Texten handelt und somit für Forschungszwecke bedeutend relevanter ist. Das deutliche Absinken der Häufigkeit vor und nach 1990 lässt sich zu diesem Zeitpunkt nicht genau erklären. Es wird vermutet, dass die verschiedenen Textsorten dafür verantwortlich sind, die erst ab 1990 überhaupt auftraten, insbesondere solche Textsorten, welche typischerweise dieses Wort (“Fortschritt”) öfter verwenden.

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Länderansicht:
A: 8 Tsd. (“Stress”: 6 Tsd. Wörter 12 %)
CH: 5 Tsd. (“Stress”: 8 Tsd. Wörter 15 %)
D: 41 Tsd. (“Stress”: 38 Tsd. Wörter 73 %)

 

Bemerkung:

Bei der Länderansicht kann keine besondere Auffälligkeit erkannt werden. Auch sind die Zahlen zum Schlagwort „Stress“ relativ identisch. Die Unterschiede der einzelne Länder müssen nicht weiter kommentiert werden und haben ihre Gültigkeit.

 

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Schlagwort: “Fortschritt” (im Korpus IDS: DeReKo)

Textsortenansicht: (sortiert nach rel. Häufigkeit)

1. Fernsehrezension: 142 pMW bei 1 Treffer
2. Gespräch: 62 pMW bei 1 Treffer
3. Anzeigentext: 14 pMW bei 53 Treffer

4. Bilanzbericht: 53 pMW bei 2 Treffer

5. Kommentar: 40 pMW bei 116 Treffer

6. Serie: 40 pMW bei 50 Treffer

7. Expertenmeinung: 36 pMW bei 2 Treffer

8. Essen und Trinken: 34 pMW bei 1 Treffer

 

Textsortenansicht: (sortiert nach Treffer)

1. undefiniert: 32.026 Treffer (60 % !!) in 28.426 Texten 11 pMW (“Stress”: 42.161 Treffer in 33.967 Texten 14 pMW)
2. Plenarprotokol: 9.729 Treffer in 3.932 Texten 31 pMW (“Stress”: Bericht 5.075 Treffer in 4.146 Texten 14 pMW)
3. Enzyklopädie-Artikel: 5.905 Treffer in 4.621 Texten 10 pMW (“Stress”: Enzyklopädie-Artikel 2.880 Treffer in 1.852 Texten 5 pMW)
4. Bericht: 5.069 Treffer in 4.544 Texten 14 pMW (“Stress”: Plenarprotokoll 793 Treffer in 602 Texten 3 pMW)

5. Feuilleton: nur 411 Treffer (!!) in 340 Texten 19 pMW

 

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Erste Auswertung:

Die Ansichten sind sortiert beginnend mit dem höchsten Wert. Anhand der Textsortenansicht sortiert nach relativer Häufigkeit erscheint es auf Grund der wenigen Texte nicht sinnvoll eine Vermutung zu äußern. Bei der zweiten Textsortenansicht sortiert nach Treffer lassen sich schon eher erste anfängliche Schlüsse ziehen. Die undefinierte Spalte ist wieder, wie beim Wort “Stress”, die mit Abstand größte (60 % von allen Treffern). Das ist durchaus kritisch zu sehen und sehr hinderlich bei der Auswertung.

Folgende Fragen müssen geklärt bzw. zumindest gestellt werden: Welche Texte, Textsorten etc. befinden sich im undefinierten Bereich? Die Antwort könnte wie bei dem Wort “Stress” bereits angedeutet ebenfalls hilfreich sein. Leider stehen uns die Daten nicht zur Verfügung und sind somit nicht weiter auswertbar.

Interessant ist jedoch die Verteilung der Treffer der Zweit- bis Viertplazierten. Es handelt sich um Verteilungen die ab dem Fünftplazierten rapide auf unter 500 Treffer zurückgehen. D.h. die ersten vier Platzierungen beherrschen die Verteilung. Auch ist die Verteilung der Textsorten auffallend identisch mit der vorangegangenen Auswertung des Wortes “Stress”. Es handelt sich um die Textsorten: Berichte, Plenarprotokol oder Enzyklopädie-Artikel. Die auffällige Verteilung könnte einerseits mit der falschen und zu häufigen Klassifizierungen dieser drei Textsorten zu tun haben. D.h. bei einigen Texten könnte es sich gar nicht um die betreffende Textsorte handeln. Eine viel simplere Begründung wäre natürlich, dass das Wort “Fortschritt” (bzw. “Stress”) in diesen Texten einfach auf Grund der Textsorte und des Genres oft verwendet wird.  Nichts desto trotz ist die beherrschende Vormachtstellung dieser drei Textsorten in beiden Schlagwörtern sehr auffällig und kritisch zu sehen.

 

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Thematische Gliederung: (sortiert nach Treffer)

1. Politik Inland: 13.667 Treffer 26 pMW (“Stress”: Staat/Gesellschaft: Familie 8.813 Treffer 65 pMW)
2. Politik Ausland: 5.034 Treffer 26 pMW (“Stress”: Freizeit/Unterhaltung: Reisen 7.167 Treffer 15 pMW)
3. Freizeit, Unterhaltung, Reisen: 3.954 Treffer 8 pMW (“Stress”: Freizeit/Unterhaltung: Vereine 5.031 Treffer 14 pMW)
4. Wissenschaft Populär: 3.860 Treffer 33 pMW (“Stress”: Gesundheit/ Ernährung 4.866 Treffer 85 pMW)
5.Politik Kommunal: 3.620 Treffer 12 pMW (“Stress”: Staat/Gesellschaft: Biographien 4.094 Treffer 43 pMW)
6.undefiniert: 3.123 Treffer 10 pMW (“Stress”: Wissenschaft: Populärwissenschaft 3.850 Treffer 33 pMW)
7.Gesundheit/ Ernährung: 2.263 Treffer 39 pMW (“Stress”: Sport: Fussball 2.546 Treffer 7 pMW)
8.Staat/Gesellschaft: 2.160 Treffer 16 pMW (“Stress”: Kultur: Musik 2.211 Treffer 12 pMW)

 

Bemerkungen:

An dieser Stelle soll erwähnt werden, dass es sich hier nicht um einen Vergleich zwischen den beiden Schlagwörtern handeln soll, sondern eher um einen Versuch das Thema Schnelllebigkeit in den Texten des Korpus zu erkennen und deren Diskurs auszuwerten. Das Schlagwort “Stress” repräsentiert hier eher den negativen Trend der Schnelllebigkeit und das Schlagwort “Fortschritt” eher den positiven Aspekt. Das sind natürlich wiederum nur subjektive Annahmen, die man nicht von den objektiven Annahmen ohne weiteres ausschließen bzw. trennen kann. Im Laufe von weiteren Auswertungen des Themas kann man noch andere Wörter hinzufügen, die passend erscheinen.

Bei dem Wort “Fortschritt” ergab sich eine hohe Trefferquote in der Politik. Interessanterweise erscheint die Politik beim Schlagwort “Stress” nicht in den „Top8“. Auffallend ist auch, dass beim “Fortschritt” die Themen Gesundheit/Ernährung und Staat/Gesellschaft im Vergleich zum Wort “Stress” nicht ganz oben in der Liste auftauchen.

 

Fazit:

Man könnte die gemeinsamen Themen beider Schlagwörter in den „Top8“: Gesundheit/ Ernährung, Staat/ Gesellschaft, Freizeit/ Unterhaltung/ Reisen, Wissenschaft/ Populär nunmehr näher unter die Lupe nehmen und versuchen zu klären, warum in den Texten “Fortschritt” und “Stress” gleichzeitig auftauchen und ob es eine Verbindung dazu gibt. Insbesondere ob die negativen mit den positiven Aspekten einhergehen.

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3. Schlagwörter: “Stress”/ “Hektik”

Schnelllebigkeit- Das Leben vergeht immer schneller.

 

3. Suche nach dem Wort: „Stress“

 

- Korpus: IDS-DeReKo

- Archiv: alle öffentlichen Korpora des Archivs W (COSMAS II)

- Schreibweisen: alle Schreibweisen werden geduldet (“Stress”, “STRESS”, “stress”, etc.)

- alle Werte sind gerundet

 

Insgesamt: (Treffer) 1971 – 2013

Texte:    41.560

Wörter:  52.127

 

Jahrzehntansicht: (Treffer)                                   Anteile

1970-1979:                                    1

1980-1989:                                    7

1990-1999:                          3.490                         7 %

2000-2009:                       29.481                       57 %

ab 2010:                            19.148                       37 %

 

Bemerkung:

Erst ab dem Jahre 1990 gibt es auf Grund der Einspeisung von Texten relevante Daten/ Treffer.

Der Korpus DWDS beeinhaltet auch Daten vor 1990.

Ab 2000 wird eine auffällige Steigerung angezeigt.

 

Anteile Wörter:                     rel. Häufigkeit in pMW (pro eine Million Wörter)

1.         2013: 2.239                          24 pMW

2.         2012: 4.768                          20 pMW

3.         2009: 2.670                          17 pMW

 

Auffälligkeiten:

Ab 1999 erfolgt eine merkliche Steigerung der Häufigkeit in den Texten.

=> Wahrscheinlicher Grund: vorher zu wenig Texte.

Es ist ansonsten keine chronologische Abhängigkeit zu erkennen.

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Länderansicht:

A:      6 Tsd. Wörter              12 %

CH:   8 Tsd. Wörter              15 %

D:    38 Tsd. Wörter             73 %

Bemerkung:

Es sind keine Auffälligkeit zu erkennen.

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Textsortenansicht:              Treffer (sortiert nach rel. Häufigkeit)

1. Ratgeber                                          95                   334 pMW

2. Rezension           : Fernsehen    2                   284 pMW

3. Expertenmeinung                     10                   179 pMW

4. Literaturhinweis                       21                   172 pMW

 

Bemerkung:

Es sind zu wenig Treffer/ Daten für erste Auswertungen/ Schlussfolgerungen vorhanden.

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Textsortenansicht:              Treffer (sortiert nach Treffer)

1. undefiniert                         42.161 (81 % !!) in 33.967 Texten          14 pMW

2. Bericht                                      5.075            in   4.146 Texten                 14 pMW

3. Enzyklopädie-Artikel        2.880            in   1.852 Texten                   5 pMW

4. Plenarprotokoll                     793            in      602 Texten                    3 pMW

 

Bemerkung:

Der überproportionale Anteil von 81 % an undefinierten Textsorten ist inakzeptabel und nicht hilfreich für die weitere Auswertung.

Frage: Warum kann keine Identifizierung stattfinden und welche Treffer befinden  sich dort?

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Thematische Gliederung: (sortiert nach rel. Häufigkeit)

1.(4.) Gesundheit/ Ernährung                  4.866 Treffer                        85 pMW

2. (1.) Staat/Gesellschaft: Familie            8.813 Treffer                        65 pMW

3.(19.) Natur Umwelt: Tiere                          393 Treffer                         48 pMW

4.(5.) Staat/Gesellschaft: Biographien    4.094 Treffer                        43 pMW

5.(6.) Wissenschaft: Populärwissens.    3.850 Treffer                        33 pMW

6.(11.) Staat/Gesellschaft: Bildung         1.868 Treffer                        22 pMW

7.(2.) Freizeit/Unterhaltung: Reisen       7.167 Treffer                        15 pMW

8.(3.) Freizeit/Unterhaltung: Vereine      5.031 Treffer                        14 pMW

 

Bemerkung:

Die Reihenfolge in Klammern ist die Sortierung nach Treffern.

Die Themen Ernährung, Familien, Reisen sind u.a. Spitzenreiter. Das kann natürlich auch daran liegen, weil “Stress” besonders mit diesen Themen involviert ist und es sich um Menschen und ihre Umwelt handelt.

Hohe Frequenzen mit einer geringen Trefferquote sind für die Auswertung nicht sehr geeignet (Bsp: “Tiere”…muss geprüft werden, ob das Thema noch genügend Treffer für eine Auswertung bietet).

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Thematische Gliederung: (sortiert nach Treffer)

1. Staat/Gesellschaft: Familie                  8.813 Treffer                        65 pMW

2. Freizeit/Unterhaltung: Reisen             7.167 Treffer                        15 pMW

3. Freizeit/Unterhaltung: Vereine           5.031 Treffer                        14 pMW

4. Gesundheit/ Ernährung                          4.866 Treffer                        85 pMW

5. Staat/Gesellschaft: Biographien         4.094 Treffer                        43 pMW

6. Wissenschaft: Populärwissenschaft  3.850 Treffer                        33 pMW

7. Sport: Fussball                                            2.546 Treffer                         7 pMW

8. Kultur: Musik                                                  2.211 Treffer                        12 pMW

11. Staat/Gesellschaft: Bildung              1.868 Treffer                        22 pMW

19. Natur Umwelt: Tiere                                393 Treffer                         48 pMW

 

Bemerkung:

Interessant ist, dass insbesondere derartige Themen Spitzenplätze einnehmen, wo insbesondere Menschen involviert sind und die Themen besonders menschliche Probleme fokussieren (Bsp: Familie/ Reisen/ Vereine/ Ernährung).

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Quellen: (sortiert nach rel. Häufigkeit)

1. spektrumdirekt                                           483 Treffer                         71 pMW

2. Hamburger Morgenpost                      1.972 Treffer                        35 pMW

3. Nürnberger Zeitung                               2.584 Treffer                        23 pMW

 

Quellen: (sortiert nach Treffer)

1. Rhein-Zeitung                                           12.666 Treffer                      15 pMW

2. Mannheimer Morgen                               5.811 Treffer                      17 pMW

3. St. Galler Tageblatt                                   5.183 Treffer                      19 pMW

 

Bemerkung:

Die Rhein-Zeitung hat auffällig viele Treffer und bietet sich geradezu an näher herangezogen zu werden. Gründe für die große Datenmenge und die Treffer sind wahrscheinlich die große Einspeisung in den Korpus. Das soll aber nicht daran hindern, diese Zeitung genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Kontrast:

Rot:     Bewegungsmangel, Übergewicht, Krankheit, Migräne, Asthma, Schmerz, Panik

Rosa: Zeitdruck, Erwartungsdruck, Termindruck, Belastung, Qual, Tortur

Hell:     Mühsal, Ablenkung, Existenzangst, Lustlosigkeit, nervös

Gelb:   geschäftig, Trubel, Trott, Eile, Hysterie, Kaufrausch, Gelassenheit, Nüchternheit

 

Bemerkung:

=>       Häufig auftretende Themen sind Zeit, Gesundheit und Arbeit.

Es handelt sich um Synonyme, die für das Schlagwort “Stress” in Frage kommen. Die Einteilung von Rot über Hell bis Gelb ist der Intensität geschuldet, wobei Rot den größten Ausschlag hat.

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Kookkurrenz:                                   Kontext-Stelle:         Beispiele:

1. Hektik                                -3/+3                          „Stress und Hektik“

2. viel                                                -1                                „viel Stress bereitet“

3. abzubauen                            +1                               „hilft Stress abzubauen“

4. ausgesetzt                            +1                               „großem Stress ausgesetzt“

5. pur                                          +1                               „bedeutet Stress pur“

6. abbauen                              +1                               „hilft Stress abbauen“

7. Leistungsdruck               +2                               „Leistungsdruck und Stress am

Arbeitsplatz                          +2                                           Arbeitsplatz“

8. psychischen                    -3/-1                           „unter starkem psychischem Stress“

9. falsche Ernährung         -5/+5

mangelnde Bewegung

10. Angst/ Depression/ Einsamkeit/ Rauchen/ Übergewicht/ Bluthochdruck

Risikofaktoren/ Ärger/ macht krank

 

Bemerkung:

Den Terminus „Stress“ findet man häufig im Rahmen von Gesundheit und Krankheit.

 

Kritik:

Die Anzahl der Texte im Korpus in früheren Jahren ist bedeutend geringer, wie ab 1990. Es lassen sich noch keine klaren Aussagen über die Relevanz machen.

Das Wort „Stress“ eignet sich nur bedingt für das Auffinden von Texten mit dem Thema Schnelllebigkeit.

Das Wort „Stress“ und deren Beispiele sind zu negativ angehaucht.

 

=> Ziel: Suche nach positiven bzw. neutralen Wörtern.

 

 

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Nächster Schritt:

Neues Wort: „Hektik“ (gefunden über Wort „Stress“ im Kontext)

Bemerkung:

Das Wort “Hektik” soll hier nicht weiter erörtert bzw. erläutert werden. Es handelt sich eher um ein sehr nahes Synonym zum Wort “Stress”, welche beide eher zum negativen Tendieren.  Wie bereits oben erwähnt soll ein eher neutrales oder positives Gegenstück zum “Stress” in Augenschein genommen werden.

“Hektik”: 25.650 Treffer in 23.796 Texten

(ab dem Jahre 1996 mehr Treffer)

 

Häufigkeit in den Jahren: (sortiert nach Treffer)

1. 1999:  2.029 Treffer             8 pMW

2. 1998:  1.911 Treffer             9 pMW

3. 2008:  1.791 Treffer            7 pMW

 

Kookkurrenz:          

1. “Stress”

2. “Alltag”                     („lassen die Hektik des Alltags vergessen“)      100 %

3. “Nervosität”                         („…von Nervosität und Hektik geprägt…“)           53 %

4. “Lärm”                      („…fernab von Lärm…“)                                          57 %

5. “verfallen”               („keinen Grund in Hektik zu verfallen“)             100 %

6. “herrscht”                („herrscht große Hektik“)                                         75 %

7. “anstecken lassen” („allgemeinen Hektik anstecken lassen“)        100 %

8. “Ruhe”                     („…ohne Hektik und in aller Ruhe…“)                 40 %

 

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Vorschau

Neues Wort: „Fortschritt“ (folgendes Kapitel 4)

Treffer: 53.791

 

Textsortenansicht (sortiert nach Treffer)

1. undefiniert                                   32.026 Treffer          11 pMW

2. Plenarprotokoll                           9.729 Treffer           31 pMW

3. Enzyklopädie-Artikel                5.905 Treffer           10 pMW

4. Bericht                                              5.069 Treffer           14 pMW

 

2. Ansatz, Forschungsfragen, Forschungsprozess (erste Schritte)

Schnelllebigkeit- Das Leben vergeht immer schneller.

 

2.1 Ansatz

Das Thema Schnelllebigkeit birgt die Gefahr von Anfang an subjektiv nach bestimmten Schlüsselwörtern zu suchen, die in Punkto Relevanz und Häufigkeit unterdurchschnittlich sind.

Man kann davon ausgehen, dass es sich bei den Menschen um ein Gefühl handelt, wenn die Zeit knapp wird. Objektiv gesehen hat jeder die gleiche Zeit zur Verfügung. Es kommt eher auf bestimmte Variabeln an, wie zum Beispiel wie viel man sich vornimmt und ob das eigene Zeitmanagement den gegebenen Anforderungen und selbst gesetzten Herausforderungen entspricht.

 

2.2 Forschungsfragen

1) Taucht das Thema Schnelllebigkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt auf oder ist es schon immer präsent, soweit es der Korpus zulässt dies zu ermitteln? (Distribution)

2) Kann das Thema Schnelllebigkeit überhaupt aus dem Korpus herausgefiltert und analysiert werden?

 

Erste Überlegungen und Fragestellungen, die zum Ziel führen könnten:

1)  Wie kann man am effektivsten eine große Anzahl von Texten im Korpus finden, auswerten und sinnvolle Schlüsse ziehen, die mit dem Thema zu tun haben? Welche Anforderungen bzw. Einschränkungen an den Korpus sind sinnvoll?

2) Welche Schlüsselwörter sind besonders geeignet, um relevante Suchanfragen richtig auswerten und interpretieren zu können? (Frequenz, Häufigkeit)

3) Wie groß sollte der Kontext zu den gesuchten Wörtern/ Lemmas sein und welche Nachbarschaftswörter treten auf? (Kontext)

 

2.3 Herangehensweise und erste Schritte (Forschungsprozess)

Gegeben:

1. Korpora

- Anfänglich wird auf eine Einschränkung des Korpus verzichtet. Es wird also der gesamte Korpus verwendet. Hilfsmittel sind die Korpora

1) IDS (Institut der Deutschen Sprache Mannheim):

DeReKo Deutscher Referenzkorpus (über 5 Mrd. Wörter) über COSMAS II,

(Quelle: https://cosmas2.ids-mannheim.de/cosmas2-web/menu.home.do)

2)DWDS: Digitales Wörterbuch der Deutschen Sprache in Berlin

(Quelle: http://www.dwds.de)

 

und weitere Hilfsmittel

1) Cyril Belica: Kookkurrenzdatenbank (z.B. für Kontext)

(Quelle: http://corpora.ids-mannheim.de)

2) der Wortschatz der Leipziger Universität (z.B. für HK-Bestimmung)

(Quelle: http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/)

 

 

2. weitere Annahmen

- Die Metadaten beschränken sich auf

1) den Zeitraum der Entstehung,

2) der Sprache (deutsch),

3) der Textsorten und

4) der Wortarten.

Der Autor der Texte im jeweiligen Korpus soll vorerst unberücksichtigt bleiben.

 

- Es soll zumindest versucht werden so objektiv wie möglich  interpretationwürdige Daten zu suchen, was natürlich schwierig ist, da selbst festgelegte Schlüsselwörter von bestimmten subjektiven Annahmen ausgehen.

- Es ist ratsam dem Leserpublikum verschiedene Interpretationsmöglichkeiten anzubieten bzw. zumindest danach zu suchen.

- Es wird auch davon ausgegangen, dass es sich eventuell um Menschen handelt, die auf Grund der Arbeit, der Freizeitgestaltung und der eventuell schlechten Zeiteinteilung Zeitdruck verspüren. Die Anforderungen speziell an Arbeitnehmer werden gefühlt durchschnittlich immer höher. Daher ist es schwer Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen.

Frage 1: Was bleibt an Individualität übrig?

Frage 2: Werden die Anforderungen wirklich höher oder geht es uns nicht so gut wie noch nie?