5. Kookurrenzprofil von “Fortschritt” mit Kommentar

5. Kookkurrenzprofil von „Fortschritt“

(Quelle: http://corpora.ids-mannheim.de/ccdb/)

 

Im Kontext vom Wort “Fortschritt” ergibt sich folgendes Bild:

  1. Das Attribut „technisch“ tritt mit über 28.000 Treffern am häufigsten auf. Die Stellung im Kontext liegt bei -1/-1.

Bsp.: „…des rasanten technischen Fortschritts“

2. An zweiter Stelle folgt das Wort: „gemacht“ mit fast 22.000 Treffern.             Stelle: +1/+1

Bsp.: „…enorme Fortschritte gemacht“

3. Das Wort „erzielt“ taucht fast 21.000 mal auf. Stelle: +1/+1

Bsp.: „…beachtliche Fortschritte erzielt worden sein“

Weitere mögliche Worte im Kontext sind: „medizinische“, „technologisch“.

Immer wieder treten die Beiwörter „groß“, „enorm“ oder „rasant“ auf. Sie signalisieren eine Steigerung, die gerade im Journalismus oder in der Werbebranche gern benutzt wird, um die Texte interessanter zu gestalten und um zu fokussieren. An sich ist laut Definition der “Fortschritt” eine Steigerung und für den Leser nichts Neues. Mit anderen Worten kann man sagen, dass Leser auf Grund der vielen auf sie einströmenden Informationen gern einen neuen Fortschritt übersehen können, wenn sie nicht mit Nachdruck darauf hingewiesen werden.

Wie bereits im o. g. DWDS-Korpus gezeigt, stechen besonders die Zeitungsartikel der letzten 100 Jahre hervor und weniger die anderen drei Aspekte Belletristik, Wissenschaft und Gebrauchsliteratur. Somit sind neben einer sachlichen Recherche der Texte, die in Zeitungen erscheinen, auch der Journalist und seine Fähigkeiten die Leser aufmerksam zu machen gefragt.  Die Zeitungen stehen unter Verkaufsdruck und im direkten Konkurrenzkampf. Diese Vermutung ist natürlich nur eine von vielen Möglichkeiten, die in Frage kommen. Jedoch erscheint der Gedanke realistisch, dass bestimmte Steigerungen des Wortes „Fortschritt“ beabsichtigt oft benutzt werden.

Weiter könnte man annehmen, dass gerade die Medien eine gewisse schneller werdende Zeit simulieren, indem immer öfter und immer mehr Informationen auf den Leser einströmen.  Die Langsamkeit und das „In-sich-ein-kehren“ haben nicht immer in der heutigen Zeit einen Platz. Gründe gibt es scheinbar viele, wie zum Beispiel die Arbeit, das Pendeln zur Arbeit, das Geld, die Verzinsung, das Finanzsystem, der Handel, die Inflation, etc. Die meisten Informationen, die Menschen bekommen, sind die von ihren Mitmenschen und den Medien.

Auch hat man subjektiv das Gefühl, dass die Wörter „Stress“ und „Fortschritt“ wie Zwillinge einhergehen. Sie tauchen in der Gesundheit auf, sowie in der Politik und im technischen Bereich. Stress macht krank und Fortschritt ist notwendig. (siehe Thementabelle). Stellt man sich die Frage, was Medien (hier: Zeitungen) drucken, dann gibt es neben den aktuellen Ereignissen noch eine weitere Antwort. Medien schreiben über Gefühle, Kommentare die subjektiv sind und darüber, was Leser gern lesen wollen. Es ist wie eine Spirale, die nicht aufzuhalten ist. Manche Leser haben “Stress”, andere lesen darüber. Manche Leser gestalten den “Fortschritt” mit, andere lesen wiederum darüber. Die eigentliche Entscheidung, ob es sich um wirklichen innovativen “Fortschritt” handelt bzw. ob man selbst “Stress” hat, den man nicht beeinflussen kann, treffen die Leser und somit die Menschen selber.

 

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